Mit unserem Fachwissen zu nachhaltiger Mobilität und über die Potenziale des Fahrrads zur Verwirklichung der Verkehrswende betreiben wir angewandte Forschung. Unsere Studien erfüllen stets den neuesten Stand von Wissenschaft und Technik sowie die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. Es folgt eine Projektliste.

Analyse von Privatjetflügen zu den Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums

Das World Economic Forum (WEF) ist eine internationale Organisation zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor. Das jährliche Treffen des WEF ist die wichtigste Veranstaltung der Organisation und findet jeden Januar in Davos, Schweiz, statt. Bei diesen Treffen kommen Spitzenvertreter:innen aus Regierung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen, um Lösungen für globale Herausforderungen zu diskutieren und zu entwickeln. Wir haben die Anzahl der Privatjet-Flüge untersucht, die mit den WEF-Jahrestreffen zwischen 2023 und 2025 in Verbindung stehen.

Es hat sich herausgestellt, dass viele Teilnehmende mit Privatjets anreisen. Die Analyse der OpenSky-Daten zeigt einen deutlichen Anstieg des Flugverkehrs zu Beginn und am Ende jeder Jahrestagung, der wahrscheinlich mit den An- und Abreisen zu den Veranstaltungen zusammenhängt. Zwischen diesen beiden Spitzenzeiten, also während der Tagungen, nimmt die Reiseaktivität an den betroffenen Flughäfen aufgrund der Veranstaltung deutlich ab. Wir führen 709 Privatjetflüge auf die WEF-Tagung im Jahr 2025 zurück.

Die WEF-Treffen verursachen nicht nur mehr Flüge, sondern auch mehr Langstreckenflüge von und zu anderen Kontinenten. Während der An- und Abreisezeiten fliegen mehr Privatjets von/nach Asien sowie Nordamerika, als außerhalb der Tagungszeiten.

Auftraggeberin: Greenpeace in Central and Eastern Europe

Laufzeit: 12/2025 – 1/2026

Hinweise zur Berücksichtigung von Pedelecs in der Radverkehrsplanung

Das Arbeitspapier „zur Berücksichtigung von Pedelecs in der Radverkehrsplanung“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) ist ein Wissenspapier, das sich an Radverkehrsplanende der Kommunen, Mitarbeitende von Planungsbüros und weitere Verkehrsplaner:innen richtet. Es liefert in Ergänzung der geltenden technischen Regelwerke Hinweise darüber, wie Radverkehrsanlagen und andere Infrastruktur möglichst so gestaltet werden, dass sie den Ansprüchen von Pedelec-Fahrenden gerecht werden.

Die stetige Zunahme von E-Bikes auf Deutschlands Straßen bringt neue Anforderungen an die Infrastruktur mit sich. Durch E-Bikes haben Radfahrende unterschiedliche Geschwindigkeiten, sodass Überholmanöver entstehen. Die Reisedistanzen werden länger, sodass Radverkehr zunehmend auch außerorts stattfindet. Die Fahrzeuge werden breiter und in bestimmten Situationen schneller als traditionelle Fahrräder, sodass Radverkehrsanlagen im Bestand häufig zu klein dimensioniert sind. Das Arbeitspapier liefert Anforderungen an die Netzplanung, Hinweise zur Streckenführung und Ausgestaltungsmöglichkeiten an Knotenpunkten und Querungsstellen.

Förderung: Eigenfinanzierte Mitarbeit im Gremium der FGSV

Erscheinungsdatum: Februar 2025

Branchenanalyse Fahrradproduktion

Der T3 hat zusammen mit dem Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule (IAT) die Fahrradproduktion in Deutschland im Hinblick auf ihre Wachstums- und Beschäftigungspotenziale untersucht. Folgende drei Forschungsfragen wurden bearbeitet:

1) Die Fahrradproduktion in Deutschland anhand von Unternehmen, Produkten und Standorten zu definieren und darauf aufbauend die Beschäftigung, Arbeitsbedingungen und Qualifizierungstrends zu analysieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf neuen, durch die Digitalisierung bedingten Anforderungen an Beschäftigte.

2) Die Innovationsdynamiken der Branche und ihre Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Hersteller zu erfassen. Dabei liegt der Fokus auf den fließenden Grenzen zwischen Produktion und Handel, dem Digitalisierungstrend „connected bike“ und Cross-Innovationen aus anderen Branchen, z.B. aus der Automobilwirtschaft.

3) Über eine Analyse der internationalen Verflechtungen der Hersteller, ihre Einbindung in Wertschöpfungsketten, sowie Friend-/Nearshoringaktivitäten die Rolle des deutschen Standorts in der globalen Fahrradproduktion zu definieren.

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Laufzeit: 12/2023 – 10/2024

Erscheinungsdatum: April 2025

Analyse von Privatjet-Flügen zu Urlaubsdestinationen

Die Studie thematisiert Flüge von Privatjets zu Urlaubsdestinationen. Die Nutzung von Privatjets wird häufig als Geschäftsflugverkehr bezeichnet. Beim sogenannten Geschäftsflugverkehr werden kleine Flugzeuge mit in der Regel unter 20 Sitzplätzen verwendet, die luxuriös gestaltet sind und außerplanmäßig von vielen, häufig kleinen Flugplätzen starten. Im Rahmen der Studie werden Ankünfte solcher Privatjets an 45 Flughäfen in Urlaubsregionen Europas im Jahr 2023 ausgewertet, unter anderem diejenigen der Balearen, Kanaren und Kykladen, aber auch große Wirtschaftsmetropolen wie Athen, Rom, Lissabon, Nizza, Genf und Barcelona.

Die Saisonalität der Ankünfte ist derjenigen von Standardtourismus sehr ähnlich. Dies gilt für die Ferienflughäfen der genannten Inseln, aber auch für die meisten Flughäfen der ausgewählten großen Städte. Der Geschäftsflugverkehr ist damit auch ein Tourismusverkehr, der zudem sehr klimaschädlich ist. Pro Flug eines Privatjets im Datensatz werden 4,5 Tonnen CO2 emittiert. Ein Pkw mit Benzinverbrauch von 5 Litern auf 100 km könnte damit 3 Jahre fahren. Einige Flüge sind wahrscheinlich Leerflüge zur Repositionierung, denn es werden teils sehr kurze Distanzen geflogen. Die kürzeste Distanz im Datensatz war 13 km vom Flugplatz Annemasse nach Genf. Annemasse gehört zur Agglomeration Genf. Mehr Informationen finden sich auch in unserem Blog.

 

Auftraggeberin: Greenpeace in Central and Eastern Europe

Laufzeit: 7/2024 – 9/2024

Wirtschaftsfaktor Radfahren in Rheinland-Pfalz

Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (MWVWL) hat am 26. September 2024 den ersten Radverkehrskongress Rheinland-Pfalz in Frankenthal veranstaltet. Der T3 hat zu dessen inhaltlichen Vorbereitung zusammen mit dem Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule eine Studie zum Wirtschaftsfaktor Radfahren in Rheinland-Pfalz erarbeitet.

Als ganzheitliche Analyse zum Wirtschaftsfaktor Radfahren wurden die Bereiche Produktion, Handel, Dienstleistungen, Fahrradtourismus, sowie Entwickeln, Planen und Bauen für Rheinland-Pfalz erarbeitet und mit den deutschlandweiten Zahlen verglichen. Darüber hinaus wurden Herausforderungen in diesen fünf Bereichen diskutiert und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Das Projekt verfolgte einen partizipativen Ansatz, durch den die rheinland-pfälzischen Fahrrad-Akteure im Vorfeld des Kongresses sensibilisiert wurden, indem die Wertschöpfungsbereiche und Potenziale des Bundeslandes gemeinsam mit ihnen erarbeitet wurden. Frederic Rudolph hat dazu auf dem Kongress eine Keynote gehalten.

Auftraggeberin: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (MWVWL)

Laufzeit: 11/2023 – 9/2024

Dienstradleasing: Status Quo und Perspektiven

Über diese Umfrage wurde der deutsche Dienstradleasing-Markt beleuchtet. Im Vordergrund stand die Frage, welche Personen sich für Dienstradleasing entscheiden, welche Personen sich noch nicht für ein Dienstrad entschieden haben, und welche Beschäftigten noch keine Möglichkeit haben, diesen steuerlichen Vorteil zu nutzen. Außerdem wurden Einkommen dieser Gruppen, Preise von Diensträdern, Gründe für die Nutzung und nicht-Nutzung, sowie fahrradfreundliche Ausstattung der Arbeitgeber erfragt.

Auftraggeber: Verschiedene Dienstradleasing-Anbieter

Laufzeit: 09/2023 – 05/2024

Verkehrsinfrastruktur in Europa

Der T3 hat eine Studie über die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in Europa durchgeführt. Das Wuppertal Institut hat an der Studie mitgewirkt.

Die Studie vergleicht die Investitionen in den Straßenbau und für Schienenwege in 30 Europäischen Ländern seit 1995, sowie die Entwicklung der Länge von Straßen und Eisenbahnen in diesem Zeitraum. Mit dieser Datenbasis wird für jedes Land die Entwicklung der Nachfrage auf diesen Verkehrsträgern analysiert und geprüft, in welchem Ausmaß sie durch das jeweilige Angebot beeinflusst wurden. 

In einem weiteren Schritt wird nach Streckenabschnitten für Hochgeschwindigkeitszüge recherchiert, sowie nach stillgelegten Eisenbahnstrecken gesucht, um Investitionsprioritäten besser zu verstehen. Die Ergebnisse der Studie haben hohe mediale Aufmerksamkeit hervorgerufen, u.a. gab es einen Leitartikel im Guardian. In unserem Blog diskutieren wir die Ergebnisse.

Auftraggeberin: Greenpeace in Central and Eastern Europe

Laufzeit: 1/2023 – 9/2023